Wer Claude Code intensiv nutzt, kennt die Situation: Eine umfangreiche Analyse läuft, mehrere Agenten arbeiten parallel - und plötzlich ist das Nutzungslimit erreicht. Gerade bei längeren Aufgaben hilft es zu wissen, wie stark das aktuelle Nutzungsfenster bereits ausgelastet ist und wann das Kontingent zurückgesetzt wird.
Clawdmeter bringt diese Informationen aus dem Terminal auf den Schreibtisch. Ein kompaktes ESP32-Display zeigt die Auslastung des aktuellen Fünf-Stunden-Fensters und des Wochenkontingents dauerhaft an. Unser Fork unterstützt zwei weitere Waveshare-Geräte und verbessert Bluetooth-Kopplung, Bedienung und Fehlerdiagnose für den Einsatz mit mehreren Geräten im Büro.
Auslastung erkennen ohne den Arbeitsfluss zu unterbrechen
Nutzungslimits beeinflussen die Planung im Entwicklungsalltag. Sie können darüber entscheiden, ob noch Zeit für ein umfangreiches Refactoring, eine zusätzliche Analyse oder den parallelen Einsatz mehrerer Agenten bleibt. Eine dauerhaft sichtbare Anzeige schafft hier Orientierung, ohne einen zusätzlichen Befehl oder den Wechsel in eine andere Ansicht zu erfordern.
Clawdmeter zeigt zwei zentrale Werte:
- Session: Auslastung des aktuellen Fünf-Stunden-Fensters und Zeit bis zum nächsten Reset
- Weekly: Auslastung des Wochenkontingents und Zeit bis zum nächsten Reset
Der Startbildschirm ergänzt die Messwerte um Pixel-Art-Animationen von Clawd. Ihre Aktivität richtet sich nach der Verbrauchsrate: Steigt die Auslastung schneller, wird auch die Animation lebhafter. So ist die Nutzungsintensität bereits mit einem kurzen Blick erkennbar.
Vom Open Source Projekt zur passenden Hardware
Die ursprüngliche Idee und Anwendung stammen von Hermann Björgvin. Sein Clawdmeter verbindet ein ESP32-Display über Bluetooth Low Energy mit dem Rechner. Ein lokaler Dienst liest die Claude-Code-Auslastung regelmäßig aus und überträgt die Werte an das Display.
Als technische Basis diente uns außerdem der Fork von juppeee, der Rückmeldungen aus dem Claude Session Browser integriert. Darauf aufbauend haben wir Clawdmeter auf zwei weitere Waveshare-Geräte portiert. Beide sind kompakt, unterscheiden sich jedoch deutlich in Bedienung und Einsatzprofil.
Der runde Drehknopf
Der Waveshare ESP32-S3-Knob-Touch-LCD-1.8 kombiniert ein rundes Display mit 360 x 360 Pixeln, Touch-Oberfläche und Drehring. Session und Woche erscheinen als zwei konzentrische Auslastungsringe. Durch das geschlossene Gehäuse kommt das Gerät ohne frei liegende Tasten aus.

Ring und Touch-Oberfläche übernehmen sämtliche Bedienfunktionen:
- Drehen: Animation auswählen oder auf der Auslastungsanzeige die Helligkeit regeln
- Einmal tippen: zwischen Animation und Auslastungsanzeige wechseln
- Doppelt tippen: Shift+Tab senden und damit den Modus in Claude Code wechseln
- Gedrückt halten: die Leertaste für Push-to-Talk senden, solange der Finger aufliegt
- Bei getrennter Verbindung drei bis sechs Sekunden halten: Bluetooth-Kopplung starten
Zusätzlich zur Anzeige meldet sich der Drehknopf als Bluetooth-HID-Tastatur an. Damit liegen zwei häufig benötigte Claude-Code-Funktionen direkt auf dem Gerät. Die Tastensignale gehen immer an das aktive Fenster des gekoppelten Rechners; für die Bedienung muss daher Claude Code im Vordergrund sein.
Das kompakte LCD
Der Waveshare ESP32-S3-Touch-LCD-1.54 nutzt ein quadratisches Display mit 240 x 240 Pixeln und drei physischen Tasten:

- BOOT: Leertaste für den Sprachmodus
- PLUS: Shift+Tab für den Moduswechsel
- PWR: Anzeige wechseln, Helligkeit regeln und durch längeres Halten die Kopplung starten
Ein integrierter Lautsprecher signalisiert, wenn ein Kontingent zurückgesetzt wird. Wir haben die Anzeige um 90 Grad gedreht, damit das Gerät auf seiner langen Kante stehen kann und das USB-C-Kabel seitlich abgeht. Dadurch benötigt es wenig Stellfläche und bleibt gut ablesbar.
Unser Beitrag für einen zuverlässigen Büroalltag
Im Einzelbetrieb fällt es kaum auf, wenn jedes Gerät denselben Bluetooth-Namen verwendet. Sobald jedoch mehrere Clawdmeter im selben Büro betrieben werden, ist eine eindeutige Zuordnung entscheidend. Andernfalls kann ein Rechner nicht zuverlässig erkennen, welches Display gekoppelt werden soll.
Unser Fork ergänzt den Gerätenamen deshalb um eine kurze Kennung, die aus der Bluetooth-Adresse abgeleitet wird. Ein Gerät erscheint beispielsweise als „Clawdmeter 35F9“. So lässt es sich auch dann eindeutig auswählen, wenn mehrere Exemplare in Reichweite sind.
Zusätzlich haben wir Kopplung und Fehlerdiagnose überarbeitet:
- Geführte Kopplung: Das Display zeigt an, ob der Benutzer den Finger weiter auflegen, loslassen oder den Vorgang neu starten soll.
- Verständliche Fehlerdiagnose: Führt Windows ein Gerät noch als gekoppelt, obwohl der gespeicherte Schlüssel nicht mehr passt, weist das Display auf den veralteten Eintrag hin. Der Benutzer kann das Gerät gezielt entfernen und neu koppeln.
- Zwei weitere Hardware-Ports: Die Firmware unterstützt den Drehknopf und das kompakte 1,54-Zoll-LCD einschließlich ihrer unterschiedlichen Eingabeelemente.
Damit wird aus dem ursprünglichen Prototyp eine besser übertragbare Lösung. Die Hardware-Abstraktion erleichtert zusätzliche Gerätevarianten; eindeutige Namen und verständliche Statusmeldungen verbessern den Betrieb dort, wo mehrere Displays gleichzeitig eingesetzt werden.
Technische Architektur
- Claude Code: Stellt die angemeldete Sitzung bereit, aus der der lokale Dienst die Auslastungswerte bezieht.
- Windows-Dienst: Fragt die Auslastung ungefähr einmal pro Minute ab und sendet die Werte über Bluetooth Low Energy an das Display.
- ESP32-Firmware: Verarbeitet die Werte, aktualisiert die Oberfläche und steuert Touch, Drehknopf, Tasten und Lautsprecher.
- Bluetooth HID: Sendet Leertaste und Shift+Tab wie eine kompakte Bluetooth-Tastatur an den gekoppelten Rechner.
Die Verarbeitung erfolgt lokal auf dem Entwicklungsrechner. Der Dienst verwendet die vorhandene Claude-Code-Anmeldung und übermittelt nur die benötigten Statuswerte über Bluetooth Low Energy an das gekoppelte Gerät. Für das bereitgestellte Windows-Paket ist kein separater API-Schlüssel erforderlich.
Fazit
Clawdmeter macht eine Information sichtbar, die im Entwicklungsalltag leicht aus dem Blick gerät. Der aktuelle Status ist ohne zusätzlichen Kontextwechsel erkennbar; Sprachmodus und Moduswechsel lassen sich direkt am Gerät auslösen.
Das Projekt verbindet Embedded Software, Hardware-Abstraktion, Bluetooth-Kommunikation und verständliche Fehlerdiagnose in einer kompakten Lösung. Unsere Erweiterungen übertragen die Open-Source-Basis auf zwei zusätzliche Geräte und schaffen die Voraussetzungen für einen zuverlässigen Betrieb mit mehreren Clawdmeter-Displays im selben Büro.
Installation unter Windows 11
Die folgenden Schritte gelten für die Windows-Pakete unseres Forks. Benötigt werden ein Bluetooth-fähiger Windows-11-Rechner, ein USB-C-Datenkabel sowie eine installierte und angemeldete Claude-Code-Umgebung.
Firmware auf das Gerät übertragen
Das Firmware-Paket enthält die fertigen Images und das Flash-Werkzeug. Eine Entwicklungsumgebung ist nicht erforderlich.
- Gerät mit einem USB-C-Datenkabel an den Rechner anschließen.
- Terminal im entpackten Firmware-Ordner öffnen.
- Passenden Befehl ausführen:
flash knob # Waveshare ESP32-S3-Knob-Touch-LCD-1.8
flash lcd # Waveshare ESP32-S3-Touch-LCD-1.54Clawdmeter über Bluetooth koppeln
- Am Gerät den Kopplungsmodus starten. Die Hinweise auf dem Display beachten.
- In Windows „Einstellungen > Bluetooth und Geräte > Gerät hinzufügen > Bluetooth“ öffnen.
- Das Gerät anhand seines Namens und der vierstelligen Kennung auswählen, zum Beispiel „Clawdmeter 35F9“.
Falls eine erneute Kopplung fehlschlägt, den vorhandenen Clawdmeter-Eintrag zuerst aus der Windows-Geräteliste entfernen und anschließend neu koppeln.
Windows Dienst installieren
Das ZIP-Paket in einen dauerhaft verfügbaren Ordner entpacken. Anschließend ein Terminal in diesem Ordner öffnen und den Dienst installieren:
clawdmeter installDer Installer richtet die benötigte Umgebung ein, aktiviert den Autostart für den angemeldeten Benutzer und startet die Anwendung. Den aktuellen Zustand zeigt folgender Befehl:
clawdmeter statusNach erfolgreicher Verbindung aktualisiert der Dienst die Anzeige ungefähr einmal pro Minute. Claude Code muss auf demselben Rechner installiert und angemeldet sein. Ein zusätzlicher API-Schlüssel ist nicht erforderlich.
Fehlerbehebung
- Gerät wird nicht gefunden: Stromversorgung, Bluetooth-Reichweite und Kopplungsmodus prüfen.
- Verbindung scheitert nach einer früheren Kopplung: Clawdmeter aus der Windows-Geräteliste entfernen, Kopplungsmodus erneut starten und neu verbinden.
- Keine aktuellen Werte: Mit „clawdmeter status“ den Dienst prüfen und sicherstellen, dass Claude Code angemeldet ist.
- Kurzbefehle wirken im falschen Programm: Claude Code in den Vordergrund holen. HID-Eingaben gehen immer an das aktive Fenster.
Quellcode und Projektverlauf
- Originalprojekt von Hermann Björgvin
- Fork von juppeee
- Unser Fork mit Hardware-Ports und Bluetooth-Erweiterungen
Stand der technischen Beschreibung: 15. September 2026.
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